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Bensheim: Neues Fachmarktzentrum am alten Güterbahnhof

Ein ambitioniertes Unterfangen: Die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) aus Lübeck möchte auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände in Bensheim 40 Millionen Euro investieren.

Derzeit werden zwischen der Stadt und dem Investor HBB die letzten Details der Umsetzung des Konzeptes verhandelt, das in seinen Grundzügen im Investorenauswahlverfahren zwischen den Beteiligten festgelegt wurde.

Nach Entwürfen der international renommierten Düsseldorfer Architektengruppe RKW soll hier ein Fachmarktzentrum mit Kino und Gastronomie bis spätestens 2011 realisiert werden. Die Stadt hat zugesichert, ihrerseits den Bebauungsplan bis Anfang 2009 aufzustellen, so dass auf dem 67 000 Quadratmeter großen Areal bereits ab Frühjahr 2009 die Bagger rollen könnten.

Das Gelände ist Bestandteil des Stadtumbaugebiets „Bensheim Südwest“. 2004 wurde Bensheim als Modellstadt in das Programm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen und seither denkt die Stadt unter Einbeziehung der Bürger und Gewerbetreibenden über eine Nachnutzung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes nach.

Mit dem Projektentwickler HBB, der die Stadt in einem Investoren-Auswahlverfahren gegenüber zwei weiteren Interessenten mit seinem Konzept überzeugen konnte, kommt nun Bewegung in den Stadtumbau.

Mit dem Vorhaben des Investors können die im Stadtumbaukonzept vorgegebenen Ziele optimal erreicht werden.

Die HBB will die Immobilie langfristig halten und bei der Auswahl der Sortimente die Innenstadtverträglichkeit berücksichtigen.

Außerdem wird der Bestand in das Konzept integriert: Die denkmalgeschützte Güterbahnhofshalle bildet mit

den geplanten Gebäuden ein ansprechendes Ensemble. Die auf dem Areal und im Umfeld bestehenden Geschäfte (wie zum Beispiel Edeka und Kinder-Center Vetter) werden sich im neuen Fachmarkt moderner und größer präsentieren.

 

Blick auf den Stadtplatz und den alten Güterbahnhof

Eine Reihe von Einzelmaßnahmen, die zur Aufwertung des gesamten Quartiers beitragen, und deren Förderfähigkeit bereits Anfang des Jahres durch das Land Hessen signalisiert wurde, können in Verbindung mit der Bebauung des Gesamtareals nunmehr realisiert werden. Die alte Güterhalle soll mit Gastronomie und mit vorgelagertem Stadtplatz auch nach Ladenschluss als lebendiger Treffpunkt im Quartier fungieren.

An der Wormser Straße ist eine Kinonutzung mit etwa 1000 Plätzen vorgesehen. Die Kaufangebote von zwei Kinoinvestoren für diesen Teil des Areals liegen seit Wochen vor.

Damit würde Bensheim nach Schließung des alten Lichtspielhauses Anfang dieses Jahres ein neues, modernes Kino erhalten. Neben der Erhaltung der Grünflächen im Süden sieht das Konzept einen begrünten Rad- und Fußweg entlang der Fabrikstraße vor, der das Quartier „Südwest“ besser an die Innenstadt anbinden soll. Im Gegensatz zu anderen Städten geht die Stadt Bensheim mit der Entwicklung des Güterbahnhofareals den Weg einer integrierten weil innerstädtischen Lösung für Einzelhandelsstandorte.

 

Das bedeutet:

  • Sicherung der wohnortnahen dezentralen Grundversorgung
  • Verlagerung und Optimierung bereits vorhandener Einzelhandelsnutzungen mit sinnvollen Ergänzungen
  • Keine zusätzlichen Ansiedlungen großflächigen Einzelhandels „auf der grünen Wiese“ oder in Randlagen
  • Nutzung der frei werdenden Flächen für Stadtentwicklungsmaßnahmen, Wohnumfeldverbesserung, Wohnraumverdichtung im Innenbereich der Stadt
  • Bindung weniger mobiler Bevölkerungsgruppen an die Innenstadt
  • Stärkung der Funktionen der Stadt in ihrem Kernbereich

 

 

Neben der Revitalisierung des ehemaligen Güterbahnhofareals, die den Auftakt im Stadtumbau-Prozess einleitet, sind weitere Projekte für „Bensheim Südwest“ vorgesehen. Das sind unter anderem die Entwicklung des ehemaligen Bundeswehr-Depots, die Modernisierung von Mietwohnungen an der Rheinstraße und die Entwicklung des alten Edeka-Standortes.

Die Stadt Bensheim wird mit dieser Entwicklung die Funktion der Stadt im Inneren stärken, vor allem seine innerstädtischen Potenziale nutzen, die unmittelbare Versorgung der Menschen dort leisten, wo sie wohnen und damit wertvolle Gewerbeflächen weiterhin dem produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsangebot vorbehalten. Dieses Projekt ist nicht nur ein Meilenstein in der Stadtentwicklung in Bensheim, sondern ist auch im regionalen Kontext ein wichtiger Beitrag für die Auseinandersetzung mit den Folgen der demografischen Entwicklung.






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